Umbau "Altes Haus" - Herdringen

Das denkmalgeschützte „Alte Haus“ in Arnsberg wurde als 4-Ständer-Haus eines Bauernhofs errichtet. Beidseits der mit Ackerwagen zu befahrenen Deele lagen zwei niedrige Räume (Raumhöhe <1,80 m) übereinander, in denen Menschen und ihr Vieh sowie die Vorräte untergebracht waren.

Bei vorausgegangenen Umbauten waren im rückwärtigen Teil des Gebäudes Deckenebenen der Seitenräume angehoben worden. Infolge des Anhebens der Laufebenen wurden die für das Kehlbalkendach erforderlichen Zugbalken größtenteils durchtrennt, was für die Gesamtstabilität des Gebäudes unzuträglich war.

Die Nutz- und Laufebenen versprangen und erforderten eine Vielzahl von Treppen und Leitern, um die Räume zu erreichen. Die Fachwerkstruktur der Wände wies eine Vielzahl von zerstörten Querschnitten und Anschlüssen auf. Das Gebäude war an der Südostecke deutlich verkippt und wurde seit ca. 35 Jahren nicht mehr dauerhaft bewohnt.

Um das Gebäude zu erhalten und einer ganzjährigen Nutzung zuzuführen, wurde das Dach zurückgebaut, das Ständerwerk freigelegt, ausgerichtet, defekte Hölzer ausgetauscht und die sanierte Balkenkonstruktion auf neue Fundamente gestellt.

Durch das Anheben der Fußschwellen über das Geländeniveau und das Absenken der Sohlplatte konnte eine Raumhöhe von ca. 2,20 m im Erdgeschoss gewonnen werden. Um die Kopfhöhe nicht durch Unterzüge weiter einzuschränken, wurde die neuen Holzrahmenbauwände des Obergeschosses als wandartige Träger ausgebildet.

Die Höhenversprünge zwischen der Deelenhöhe und der Deckenuntersicht der seitlichen Räume wurde erhalten. Durch das Aufdoppeln des Deelenbereich wurde eine einheitliche Fußbodeneben im Dachgeschoss geschaffen. Das neues Pfettendach lastet auf die ursprünglichen Hauptständer so dass die erhaltene Tragstruktur weiterhin als Tragwerk und nicht nur als Dekorelement in einem Neubau wirkt.

Nach dem Umbau gibt es wieder sehr viel Leben im „Alten Haus“.

PROJEKTDATEN

Bauherrr:
privat

Architekt:
clemensundmaas architektinnen, Arnsberg

Ausführung:
2012