Baumwipfelpfad im Soonwald - Gemünden (Wettbewerb 1. Preis)

Blick innerhalb des Pfades

Die besondere Topografie des Geländes an einem Nordhang des Hunsrücks bietet durch das Ausnutzen der Hangneigung die Möglichkeit, einen Baumwipfelpfad organisch ohne kostenintensive Turmkonstruktionen in das Gelände einzuweben.

Dabei wechselt die Konstruktion des Pfades zwischen einem ebenerdig verlaufenden Holzweg, der parallel zur Hangneigung direkt auf dem Boden errichtet wird, einer einfachen Brückenkonstruktion mit relativ kleinem Stützenabstand (~15m) und leichter Steigung (<6%), sowie den Knoten, die konstruktiv aufwendiger ausgebildet sind.

Eine Reihung von drei Kreisringträgerbrücken ergibt einen dreidimensionalen „Knoten“. Innerhalb der beiden größeren Kreise werden Pylone positioniert, die durch eine einseitige Abspannung der Kreisringträgerbrücken tragen. Die Seile der Abspannung verästeln sich zunehmend und greifen das Thema natürlicher Formfindungsprozesse auf.

Die kreisringförmig verlaufenden Träger brauchen dabei nur auf der Innenseite angehängt werden, da sie aufgrund ihrer Geometrie die auftretenden Lasten torsionsfrei ableiten können.

Dadurch bleibt der Blick auf der Außenseite der Spirale ungestört. Auf der Innenseite dagegen entstehen markante Markierungspunkte, die als Orientierungselemente die Spiralen im Wald verorten.

Die konstruktiven Möglichkeiten des Holzbaus werden mit der Leichtigkeit einer Stahlkonstruktion komplementär ergänzt. Die geometrische und die tragkonstruktive Logik vereinen sich dabei, um die Störung des Waldbodens soweit wie möglich zu minimieren.

PROJEKTDATEN

Auslober:
Industrie- und Handelskammer Koblenzd

Architekt:
Prof. Holger Hoffmann, Düsseldorf

Planung:
2010